eBooks from Udo Sträter
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Aufgeklärtes Christentum
Beiträge zur Kirchen- und Theologiegeschichte des 18. Jahrhunderts
by Albrecht Beutel, Volker Leppin, Udo Sträter, and Markus Wriedt
Von der politischen Religionsduldung ihn auch mit der aktuellen Schulpädagogik bekannt machte. Von 1751 bis 1756 war er Rektor des Helmstedter Gymnasiums und dann ab 1756 bis 1766 Rektor des Gymnasi- ums zu Halle. In Halle promovierte er auch zum Doktor der Theologie und übernahm eine Professur für Dogmatik und Polemik an der Theologischen Fakultät der Universi- tät Göttingen. Er starb am 29. Mai 1789 in Göttingen. Miller ist vor allem durch seine Arbeiten zur Pädagogik bekannt geworden. 9 Hier hat er als Aufklärungspädagoge richtungsweisende Reformen auf den Weg gebracht, beispielsweise mit seiner Schrift Anweisung einer weisen und christlichen Erziehungs- kunst (Göttingen 1769) oder seiner Anweisung zur Katechisirkunst oder zu Religions- gesprächen mit vielen Beyspielen (Leipzig 1778, 31788), in der er die sokratische Lehr- art entwickelte. Theologisch stand Miller ganz in der Tradition seines Lehrers Mosheim, dessen ausgleichende Theoriebildung zwischen dem Wolffianismus und dem Pietismus sich auch bei seinem Schüler
(2010)
Christentum im Übergang
Neue Studien zu Kirche und Religion in der Aufklärungszeit
by Albrecht Beutel, Volker Leppin, and Udo Sträter
»Enthusiasterey der Freundschaft« Zweifel«50, die ein Freund im Stillen hegt, wie die »vertraute offenherzige Belehrung«51, mit der sein Gegenüber antwortet. Im besten Fall führt es zum Aufbau eigener religiöser Gewissheit – wie es in den »Vertrauten Briefen« geschieht: Der Adressat der Briefe kann »die Würde und das Glück einer vernünftigen Religionsgesinnung« bald im »eignen Herzen völliger empfinden«.52 Die Konjunktur der Freundschaft im 18. Jahrhundert lässt sich als Reflex der Krise der altständischen Gesellschaft begreifen: Die Freundschaftsbeziehung dient der Stabilisie- rung des gesellschaftlich freigesetzten, im überkommenen Sozialgefüge nicht mehr ohne weiteres aufgehenden Individuums. Indem Spalding Christentum und Kirche in den Hori- zont der Freundschaftskultur überführt, öffnet er sie für eine neue Vergesellschaftungsidee. Es geht ihm darum, das sozialintegrative Potential von Christentum und Kirche zu stärken. Der Integration durch die Lehre – durch Schrift und Bekenntnis – tritt die Integration durch die nach Maßgabe der zeitgenössischen Freundschaftspraxis gestaltete persönliche Bezie- hung zur
(2006)

