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Irren ist menschlich (eB...
Lehrbuch der Psychiatrie und Psychotherapie
by Christine Te..., Frank Wendt, Klaus Dörner, and Ursula Plog
11 p Vorwort Mit der hier vorliegenden vierten grundlegenden Bearbeitung aus dem Jahre 2002 lohnt es sich allmählich, der »Gebrauchsanweisung« ein eigenes Vorwort voranzustellen, um das Buch in seiner Entstehung und in den Phasen seiner Entwicklung verständlicher zu machen. Dies umso mehr, als die beiden Alt-Autoren mit dieser Neuausgabe damit begonnen haben, das Buch in jüngere Hände weiterzugeben, in die Hände von Christine Teller und Frank Wendt. Gleichwohl finden Sie nachfolgend noch vor der kurzen Buchgeschichte zunächst die programmatische Titel-Kommentierung. pp Was soll der Titel »Irren ist menschlich«? Es soll uns daran erinnern, dass die Psychiatrie ein Ort ist, wo der Mensch besonders menschlich ist; d. h. wo die Widersprüchlichkeit des Menschen oft nicht auflösbar, die Span- nung auszuleben ist: So das Unmenschliche und Übermenschliche, das Banale und Einmalige, Oberfläche und Abgrund, Passivität und Aktivität, das Kranke und Böse, Weinen und Lachen, Leben und Tod, Schmerz und Glück, das Sich-Verstellen
(2010)
Irren ist menschlich (eB...
Lehrbuch der Psychiatrie und Psychotherapie
by Christine Te..., Frank Wendt, Klaus Dörner, and Ursula Plog
320 Der sich und Andere tötende Mensch (Krise, Krisenintervention) Schwanken zwischen Minderwertigkeits- und Größenfantasien oder Rückzug (Regression) in Verschmelzungsfantasien: Geborgenheit des Mutterschoßes, »Einswerden mit dem All«, »an nichts mehr denken müssen«, »endlich Ruhe haben«, »ewiges Leben«. Solche kränkba- ren Menschen suchen oft »passende« Partner auch für ihre Suizidpläne (Heinrich v. Kleist und Henriette Vogel). 3 Lerntheoretisch-sozialpsychologisch kommt es zu einer Krise, wenn eine Situation zu neu, zu schnell, zu selten, zu ungewohnt, zu fremd, zu schwer, zu schmerzhaft ist, so dass das bisher gelernte Verhalten unbrauchbar wird, keine Bestätigung (reinforcement) mehr bekommt. Experimentell kann man solche Zustände erzeugen, durch Reizentzug (sensorische Depri- vation) in einem reiztoten Laborraum (camara silens) oder missbräuchlich in Gefängnissen bzw. in »totalen Institutionen«: Alle bisherigen Erwartungen werden sinnlos gemacht, so dass der Betroffene für jeden neuen Reiz (Selbst- oder Fremdschädigung) suggestibel-emp- fänglich wird, den der jeweilige »Veranstalter« für wünschbar hält. Suizid / Tötung als Ant- wort
(2009)
Irren ist menschlich
Lehrbuch der Psychiatrie und Psychotherapie
by Klaus Dörner, Ursula Plog, Christine Te..., and Frank Wendt
(2010)

