Einführung »Für Bilder ist es ein Leichtes, sich gegen Worte durchzusetzen und die Besin- nung kurzzuschließen«, schrieb Neil Postman4. Im Kern hat diese These bis heute Gültigkeit. An der Dominanz des Bildes, der sich der Text erwehren muss, hat sich nicht viel geändert. Hans Magnus Enzensberger nannte die Bildfunktion gar »ein wollüstiges Interesse«5. Der Text hat es schwer, in Zeiten immer schnellerer Schnitte und perfekterer Bilder erst recht. Das Fernsehen ist zuerst ein Bildmedium, erst dann ein Textmedium, hört man in der Branche immer wieder. Untersuchungen der Wirkungsforschung geben den Redakteuren Recht: Zu- schauer erinnern sich besser an Inhalte, die sie in einem Fernseh-Bericht sehen, als an Inhalte, die ihnen ein Sprecher vorliest6. Dabei läuft der Text in vielen Fällen dem Bild hinterher, oft genug in ungewollte Richtungen. Häufig sind die Wörter zum Bild unverständlich, nicht selten missverständlich und manchmal auch lang- weilig. Das Fernsehen war nie der klassische Ort