I MEDIEN, FORMEN UND MORPHOLOGIE »If you want truly to understand something, try to change it.« Kurt Lewin Dass die Medien die Lage beherrschen, gilt inzwischen als Gemeinplatz und verfügt daher wenigstens über eine gewisse Plausibilität. Dennoch weiß kaum jemand, was denn Medien nun eigentlich genau sein sollen. Dass sie mächtig sind, scheint in jedem Fall zu gelten. Dass Medien ubiquitär und damit gewissermaßen ortlos sind, scheint ebenfalls zuzu- treffen. Und es gibt noch eine ganze Reihe solcher allgemein geteilten Annahmen: So führen Medien Wirklichkeiten vor und regulieren unser Wissen. Sie sind je nach Bedarf lose gekoppelt oder fest strukturiert. Und trotzdem funktionieren alle diese Merkmale von Medien nur be- dingt als Chiffren für Medien an sich. Medien sind offenbar all das, was die ihnen zugeschriebenen Merk- male bezeichnen sollen, und zugleich sind sie wesentlich mehr: Sie sind eine ebenso willige Projektionsfolie wie dankbare Letztursache und das heißt: Medien sind