eBooks from Claudia Riesmeyer
All books and eBooks by Claudia Riesmeyer:
Wie unabhängig ist Journ...
Zur Konkretisierung der Determinationsthese
Viel mehr als eine Bestandsaufnahme Die Themen und das Timing der Medienberichterstattung seien durch PR- Leistungen bestimmt, urteilte Barbara Baerns bereits Ende der 70er Jahre. Das musste beunruhigen. Schließlich steht bei der Frage nach dem Einfluss der Public Relations nicht weniger auf dem Spiel als die Unabhängigkeit des Journalismus, die Vielfalt seiner Quellen und die Qualität seiner Recherche. Die damit aufgeworfenen Probleme haben an Aktualität nichts verloren. Aktuell zeigen Initiativen wie »PR Watch.org« oder »The Weekly Spin«, dass ein unkontrollierter Zugriff der Public Relations auf die Medien die Demokratie ernsthaft gefährden kann. Baerns’ frühe Studien gelten als Urknall jenes Forschungsbereichs, der sich mit dem Verhältnis von Journalismus und Public Relations beschäftigt. Teilweise wurde gegen die Determinationshypothese – ein Begriff, den ihre Urheberin selber nicht gerne hörte – mit der Strukturgleichheit der beiden publizistischen Systeme argumentiert. Demgegenüber hält die Verfasserin der hier vorgelegten Analyse zu Recht an der normativen Fundierung des
(2007)
Diktatur des Publikums
Journalisten in Deutschland
by Michael Meyen and Claudia Ries...
1 Jenseits von Außenseitern, Souffleuren und Alpha-Tieren »Aus eigenem Recht«: das Journalistenbild der Mainzer Schule Angepasste Außenseiter hat Hans Mathias Kepplinger in den 1970er- Jahren in Deutschlands Redaktionsstuben gefunden. Dort sitze eine »geschlossene Gesellschaft«, die den Anspruch habe, »über alle an- deren Berufe zu berichten und zu urteilen« – und das, obwohl die meisten Journalisten kaum Erfahrungen außerhalb der Redaktion hätten, obwohl sie auch nach Feierabend vor allem mit Kollegen zusammen seien und nach ganz anderen Rationalitätskriterien den- ken und handeln würden als die übrigen Führungseliten. Während in Verwaltungen, Politik und Wirtschaft vor allem Juristen das Sagen hätten und vielleicht noch Volkswirte, Naturwissenschaftler und Techniker, habe das Gros der Chefs im Medienbereich an einer phi- losophischen Fakultät studiert und dort nicht nur einen »individuali- sierend-interpretierenden« Denkstil verinnerlicht, sondern auch die »Skepsis gegenüber dem Einsatz technisch-wissenschaftlicher Ver- fahren zur Lösung sozialer Probleme« (Kepplinger 1979a). Woher, so lässt sich die Philippika Kepplingers
(2009)

