mer wieder »am richtigen Ort zur richtigen Zeit«5, doch nur ansatz- weise der richtige Mann. Es formt sich das Bild eines einsamen, misstrauischen und gleichzeitig geltungsbedürftigen Menschen, der, wenn nicht stärker, doch wenigstens cleverer sein will als seine eige- nen Teufel. Sie drängen ihn, immer wieder und überall, die Begeis- terung und Liebe, die er mit gezieltem Charmeeinsatz zu wecken versteht, so weit auszunützen, bis sich Vertrauen in Enttäuschung verwandelt und er weiterziehen muss. Gewiss, er war und bleibt einer der erfolgreichsten Kunsthänd- ler des 20. Jahrhunderts, und sein Leben ist vordergründig eine grandiose Erfolgsgeschichte. Aber es ist auch eine Geschichte von vertanen Chancen. Hätte Berggruen es nur mit der Heimkehr nach Berlin aufrichtig und ernst gemeint, dort die Wurzeln geschla- gen, die er sonst nirgendwo hatte, hätte er seine Bilder wirklich geschenkt, statt sie an den Höchstbieter über dem Marktwert zu verkaufen; und schließlich: hätte er darauf verzichtet, seine Samm-