DAS GEDÄCHTNIS DES HAUSES I. ls hätte das Haus mitten in einem riesigen Garten gestan- A den – weit und breit nichts außer diesem weißen, übergro- ßen Haus mit Balkonen, Veranden und Erkern, umstan- den von dichten Büschen und haushohen Hecken – geschützt hinter diesem undurchdringlichen Schutzwall: verborgen; als hätte sich draußen jenseits der Zäune bedrohliches Niemandsland befunden; als hätte sich aber hinter dem Haus auf einer endlos abschüssigen Wiese ein Wald hinuntergezogen in ein abgründiges, modriges Tal – ein Wald voller Birnbäume, Apfelbäume, Pflaumenbäume und Mi- rabellenbäume; als hätten in den Himmel ragende Holunderbüsche die Eingangspforte umrahmt; als hätte es einer Tagesreise bedurft, um von einem Ende zum anderen Ende des Gartens zu gelangen – als hätten sich jenseits dieses Gartens nur tote Geröll- und Schutt- felder ausgedehnt bis an den Horizont einer bösen und unheimli- chen Landschaft – so ruhte auf dem Grund seines Gedächtnisses ein altes Bild