Vorwort Um die Mitte des 17. Jahrhunderts tauchte unerwartet und gleichzeitig in den Gelehrtenstuben Europas die Neugierde an der Natur auf. Man wollte sie nicht mehr nur beschreiben und auch nicht mehr glauben, was durch Jahrhunderte überliefert wurde. Man begann, Raum und Zeit zu hinterfragen. Neue Instrumente, das Teleskop und das Mikroskop, dehnten den Raum ins »Unendliche« und veränderten das bisherige Weltbild. Und die Zeit? »Quid est ergo tempus. Si nemo ex me quaerat, scio; si quaerenti explicare velim, nescio ... «1, hatte um 420 der Kir- chenvater Augustinus gefragt. Man kann sie nicht sehen wie den Raum, man kann sie nicht greifen, man kann sie höchsten fühlen und messen. Was ist sie, begann man sich nun erneut zu fragen. Aber diesmal war es nicht der Theologe der fragte. Für den einfachen Menschen war die Zeit über Jahrtausende der Abstand zwischen Geburt und Tod, Morgen und Abend. Als im 15.