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Nützliche Schädlinge
Angewandte Entomologie, chemische Industrie und Landwirtschaftspolitik in der Schweiz 1874–1952
17 1 Einleitung 1.1 Weshalb eine Geschichte der Schädlingsbekämpfung? Fanfarenklänge erschallten am Abend des 10. Dezember 1948 im Stockholmer Konzerthaus, als der Schweizer Chemiker Paul Müller aus den Händen des schwedischen Kronprinzen Gustav Adolf den Nobelpreis für Physiologie und Medizin überreicht erhielt. Vor 2000 geladenen Gästen würdigte ein Vertreter des preisverleihenden Karolinischen Instituts Müllers Forschungsleistung, die Entdeckung der insektiziden Wirksamkeit von Dichlordiphenyltrichloräthan (DDT). In seiner Ansprache zu Ehren von Nobelpreisträger Müller sagte Professor Gunnar Fischer, Vorsteher des schwedischen Staatlichen Instituts für Volksgesundheit, Müllers Entdeckung hätte «schon Hunderttausenden von Menschen Leben und Gesundheit erhalten».1 Paul Müller2 hatte seit 1935 als Forschungschemiker des Basler Chemieunter- nehmens J. R. Geigy AG nach synthetischen Pflanzenschutzmitteln für die Landwirtschaft geforscht. Nach verschiedenen Teilerfolgen synthetisierte er im Herbst 1939 das Insektizid DDT aus der Stoffklasse der chlorierten Kohlen- wasserstoffe. Die Geschichte von DDT war zunächst eine beispiellose success story. 1942 von Geigy mitten im Zweiten Weltkrieg
(2005)

