Vorrede zur ersten Auflage Die Gotteslehre des hl. Thomas von Aquin in deutscher Aus- wahl: diese Worte sagen, was wir bringen, und jedes wird sei- ne Gegner haben. Lehre von Gott? Wozu? Ihn haben wir in den Wallungen des Blutes, im Abgrund der Seele, auf dem Scheitel unserer Wünsche. – Bei Thomas, grad heraus gesagt, gilt das für die Gotteslehre wenig oder nichts. Ihm geht der Qualm nicht über das Licht. Wirklich, eine Lehre baut er auf, vom Ge- heimnisvollsten eine Wissenschaft mit Begriffen, Schlüssen und Beweisen, prüft die Meinungen anderer an der Sonne des Verstandes, setzt den Verstand über alle andere Menschenkraft und befremdet wieder die Anbeter des Verstandes, wenn er ihn zum Hörigen des Glaubens macht. Wie wenig Freunde wird er finden, hier bei den Geistlern, dort bei den Gläubigen des Nebels! Ein Mönch redet? Und ein Mönch des Mittelalters? Was mag er in seiner Zelle von der