Einleitung Eine Woche vor seinem Tod im Januar 1950 hielt Joseph Schumpeter einen Vortrag mit dem Titel „The March into Socialism“. Bei diesem letzten öffentlichen Auftritt bekräftigte der große Ökonom noch einmal seine Erwartung, der „Kapitalismus“, also die auf Privat- eigentum beruhende Marktwirtschaft, werde am eigenen Erfolg zugrunde gehen und in eine bürokratische, staatlich gelenkte Wirtschaft übergeführt.1 Fast alle Ökonomen, so erklärte Schumpeter, befürworteten nun eine weitreichende staatliche Kontrolle des Wirtschaftsle- bens, egalisierende Einkommensumverteilung und eine „unendliche Ausdehnung der Sphäre von Bedürfnissen, die ... von öffentlichen Unternehmen befriedigt werden sollen, entweder gratis oder nach irgendeinem Postamt-Prinzip“. Allerdings, fügt Schumpeter hinzu, habe er gehört, „daß es einen Berg in der Schweiz gibt, wo Ökonomen Kongresse abgehalten haben, die ihre Abneigung gegen alle oder die meisten dieser Dinge ausgedrückt haben“ (Schumpeter, 1950, S. 448). Gemeint war der Mont Pèlerin am Genfer See. Im dortigen Hôtel du Parc hatte Friedrich August von Hayek