eBooks from Horst Siebert
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Lernmotivation und Bildu...
Studientexte für Erwachsenenbildung
Vorbemerkungen Motivation ist ein Dauerthema mit vielen Facetten. In Zeiten hoher Arbeits- losigkeit und mit der Entwicklung unserer Gesellschaft zur Wissensgesellschaft lautet die zentrale Frage: Was motiviert bzw. wie motiviert man junge wie ältere Menschen, sich – möglichst ein Leben lang – aktiv weiterzubilden? Doch ist allein die individuelle Lernmotivation entscheidend dafür, dass Menschen ihre Bildungs- und Berufsbiografie aktiv gestalten und Angebote zur beruflichen und allgemeinen Bildung wahrnehmen? Horst Siebert greift mit diesem Studientext zwei zentrale Themen der Weiter- bildung auf und zeigt auf anschauliche Weise, dass das Verhältnis von Lernmo- tivation und Bildungsbeteiligung äußerst komplex ist. Zur Erforschung von Adressaten und Teilnehmenden, ihren Interessenlagen und Motiven präsentiert er umfassendes Zahlenmaterial und spannt den Bogen von den ersten Teilneh- merstatistiken der Volkshochschulen Leipzig und Dresden aus den 1920er Jah- ren bis hin zu aktuellen repräsentativen Bevölkerungsbefragungen. Sein vor- läufiges Fazit lautet „Weiterbildungsbeteiligung und Lernmotivation sind miteinander verknüpft, aber nicht identisch.
(2006)
Theorien für die Praxis
Studientexte für Erwachsenenbildung
Vorbemerkungen Das Verhältnis von Theorie und Praxis in der Erwachsenenbildung ist nicht spannungsfrei, der gegenseitige Verständigungsprozess nicht immer einfach. So gehen theoretische Überlegungen an den Köpfen der pädagogisch Tätigen vorbei, weil sie mitunter viel zu abstrakt und für die Praxis nicht anschlussfä- hig sind. Was also kann von Theorien für die Praxis erwartet werden? Oder anders gefragt: Braucht Praxis überhaupt Theorie? Die letzte Frage beantwor- tet Horst Siebert in diesem Studientext unmissverständlich: „Eine theorielose Erwachsenenbildung bleibt ‚vormodern’, weil sie nicht als eigenständiger Bil- dungssektor anerkannt wird, sondern zum Anhängsel anderer gesellschaftli- cher Systeme degradiert wird.“ Das heißt: Will sich Erwachsenenbildung als eigenständige Profession behaupten, erfordert dies Standards, die – wissen- schaftlich fundiert – das Handeln in der Praxis legitimieren. Das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung (DIE) begreift es als eine zentra- le Aufgabe, Wissenschaft an die Weiterbildungspraxis zu vermitteln und setzt dies auf unterschiedliche Weise um. Es publiziert Theoriekonzepte und Ergeb-
(2006)
Theorien für die Praxis
| 7 | Vorbemerkungen Mit Theorien wird vielfach etwas Abstraktes, schwer Verständliches verbunden. Studie- rende haben einen gehörigen Respekt vor Theorien, weil sie logisches Denken, begriff- liche Klarheit und einiges an Vorwissen erfordern. Dieser Respekt ist nicht unbegrün- det: Theorien sind jeweils komplexe Versuche, Dinge zu ordnen und zu erklären. Im griechischen Wortsinn kann unter „Theorie“ die „distanzierte Betrachtung“ verstan- den werden, mit der Zusammenhänge erst erkannt und beschrieben werden können. Gerade im bildungswissenschaftlichen Bereich tauchen jedoch häufig auch empirisch ungeprüfte, mithin alltagstheoretische Vermutungen auf – Horst Siebert zitiert hier als drastisches Beispiel: „Ein Klaps auf den Po hat noch keinem Kind geschadet.“ Vielfach wird die Nützlichkeit wissenschaftlicher Theorie vonseiten der Bildungspraktiker auch skeptisch beurteilt. Praktiker/innen im Bildungsbereich (aber auch in anderen gesell- schaftlichen Bereichen) gehen mit theoretischen Erklärungsversuchen sehr vorsichtig um. Sie pflegen sie auf ihre Richtigkeit zu prüfen („Decken sich die theoretischen Erklä- rungen mit meinen Erfahrungen?“) und
(2011)

