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Grenzen der Identität un...
Autobiographisches Schreiben in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur, Bd. 1
by Ulrich Breuer and Beatrice San...
Einleitung Ulrich Breuer und Beatrice Sandberg EINLEITUNG Das autobiographische Schreiben erfreut sich in der literarischen Kommunika- tion von Autorinnen und Autoren, Leserinnen und Lesern, Kritikerinnen und Kritikern großer Beliebtheit. Das gilt nicht nur für den deutschsprachigen Kul- turraum, in diesem aber seit den späten 1960er Jahren in besonderer Weise. Unter anderem bedingt durch ihre langjährige Fixierung auf die Gattung Au- tobiographie hat die germanistische Literaturwissenschaft dem Phänomen erst in jüngerer Zeit Aufmerksamkeit geschenkt und ein wenig zögernd die nöti- gen Instrumente zu seiner Erforschung bereitgestellt. Mit dem zunehmenden Interesse an kulturellen und individuellen Grenzen, ihrer Umcodierung, Auf- lösung und Neuvermessung, hat sich die Lage geändert. Zwischen Autobio- graphie und autobiographischem Schreiben kann nun (wieder) unterschieden werden und Letzteres ist von der Peripherie ins immer schon geteilte Zentrum einer von kleinen und großen Unterschieden, kurz: von Differenzen ausgehen- den Literaturtheorie gerückt.1 Der Reiz des autobiographischen Schreibens be- steht für die Literaturwissenschaft
(2006)
Entwicklungen, Kontexte,...
Autobiographisches Schreiben in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur, Bd. 3
by Michael Grote and Beatrice San...
Einleitung Michael Grote und Beatrice Sandberg EINLEITUNG Das Feld des autobiographischen Schreibens hat sich in den letzten Jahr- zehnten mit außerordentlicher Geschwindigkeit vervielfältigt und ausdiffe- renziert. Grenzgänge, Grenzüberschreitungen und Grenzöffnungen sind ge- radezu zum Kennzeichen einer Gattung geworden, die der Literaturwissen- schaft vor wenigen Jahrzehnten noch als konventionell und theoretisch uner- giebig erschien. Das autobiographische Schreiben der Gegenwart setzt sich einerseits ab von den Forderungen der klassischen Autobiographie nach Au- thentizität und mehr oder weniger striktem Wirklichkeitsbezug der Darstel- lung, andererseits enthält es jedoch auch einen Widerspruch zu der theore- tischen Rede von einer grundsätzlichen Nichtreferenzialität der Literatur. Mit dem zunehmenden Bewusstsein der eigenen Darstellungsproblematik und in der Folge einer gesteigerten Selbstreflexivität ist das autobiographische Schreiben aus seiner sekundären Rolle herausgetreten und stellt eine neue Herausforderung sowohl für die Literaturgeschichtsschreibung als auch für die literarische Kanon- und Theoriebildung dar. Neben den Fragen nach Au- thentizität und Fiktionalität rücken in der
(2009)

