Einleitung In diesem Buch wird der Versuch unternommen, Fragen der Freiheit oder Determiniertheit des menschlichen Willens zu beantworten, die sich auf den Gebieten der Philosophie, Physik und insbesondere der Psychiatrie stellen. Wenn alles psychische Geschehen naturalistisch aufgefasst wird – dann auch die Psychotherapie, der Suizid oder die Fehlhandlung? Was bedeutet eine natu- ralistische Auffassung von Entscheidungen psychisch kranker Menschen? Wie kann man sich unter deterministischen Voraussetzungen vorstellen, dass das Gespräch in der Psychotherapie Wirkungen hat? Und sind unsere Vorstellun- gen von Autonomie und Selbstbestimmung als Ziel der Therapie mit einem neuronalen Determinismus vereinbar? Die Diskussion über die Freiheit des Willens ist nicht neu. Bereits in der frü- hen Christenheit gab es eine Auseinandersetzung über die Frage, inwieweit der Mensch frei entscheiden kann. So nahm Augustinus in der Prädestinations- lehre eine Vorherbestimmung an, vor allem auch in der Beziehung zu Gott; in der Bibel finden sich entsprechende Stellen: »Denn Gott ist's,