Zur Erinnerung an Ida Blei geb. van Weersch (1904–1989) Einleitung Die Geburt der Stoa aus der Existenzangst des Hellenismus Oft genug und nicht ohne Grund ist die Zeit Alexanders des Großen und seiner Erben zum kulturellen Glücksfall für die Menschheitsgeschichte oder doch für Europa erklärt worden – dank der sprunghaften Erweiterung der Oikuméné, der be- kannten ›bewohnten Welt‹, aus der Perspektive Griechen- lands und seiner makedonischen Eroberer; dank der Zunah- me von Handel, Weltwissen und Wissenschaft, vor allem aber dank des Ausstrahlens hellenischer Kulturideale in ›barbari- sche‹ Sphären, deren neue Herrscher, die Generäle des Ale- xanderreiches und ihre Nachfolger, Verwalter und Söldner anlockten. Sie stülpten vorhandenen Städten – der Grundein- heit des antiken Politikbegriffs – die im Heimatland und sei- nen alten Kolonien vom Rhônedelta bis nach Kleinasien er- probten Strukturen über; wo das nicht ging, schufen sie diese Zentren wie aus dem Nichts. Sogar so unhellenische Staaten wie das