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Schicksale einer Seele
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1899 schrieb Hedwig Dohm: "In drei Romanen (Sibilla Dalmar, Schicksale einer Seele, Christina Ruland) wollte ich drei Frauengenerationen des 19. Jahrhunderts schildern, deren Repräsentantinnen, den Durchschnitt zwar überragend, doch Typen ihrer Zeit sein sollten. Ich wollte sie schildern, aufsteigend aus dem ersten Dämmer des Morgengrauens der Erkenntnis bis zum hellen, verheißungsvollen Frühlicht, das den Glanz der Mittagssonne ahnen lässt, die erst über den Frauen des 20. Jahrhunderts aufgehen wird. Der vorliegende Roman Schicksale einer Seele hätte der erste in der Reihenfolge sein müssen. Er erzählt das Leben einer Frau, die heut in den Sechszigerjahren stehen würde. Er will ihr anfangs noch dunkles, instinktives Ringen um Sein oder Nichtsein ihrer Seele veranschaulichen, und er endet mit einer theoretischen, fruchtlosen Erkenntnis. Fruchtlos, weil der Weg zum Ziel: Befreiung der ureigenen Individualität aus der Vergewaltigung der Jahrhunderte, noch in dämmernde Nebel gehüllt bleibt, weil die Zeit für die Verwirklichung ihrer Ideen noch nicht erfüllt ist. In dem zweiten Roman Sibilla Dalmar (er ist bereits vor zwei Jahren erschienen) hatte ich das Lebensbild einer Frau, die heut etwa 40 Jahre alt sein würde, gezeichnet. Der Weg, der zum Ziel führt, liegt schon klar vor den Augen der Heldin, er ist aber uneben, dornig, gefahrvoll, beschreitbar nur für energische Charaktere, denen Schwierigkeiten ein Sporn zum Vorwärtsdringen sind. Diesen sonnenlosen Weg zu gehen, war über Sibilla Dalmars Kraft. Der dritte Roman Anne Marie Rubens wird der eben aufblühenden jungen Generation gewidmet sein. Es würden demnach meine drei Frauengenerationen die Lebensbilder von Großmutter, Tochter und Enkelin entrollen. Alle drei Romane dienen der Illustrierung des Pindar’schen Spruches: „Werde, die du bist.“
Book Details
Editors
Nikola Müller and Isabel Rohner
Series
Edition Hedwig Dohm
Publishers
Publication year : 2007
License: All rights reserved ©
Times read: 3

