Wochenbericht des DIW (20 / 2011)

Chancen der Energiewende

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Der neue Wochenbericht des DIW Berlin Nr. 78.2011, 20 ist soeben erschienen:

Atom-Moratorium: Keine Stromausfälle zu befürchten / Claudia Kemfert, Thure Traber.
Die Bundesregierung hat mit dem Atom-Moratorium beschlossen, dass sieben Atomkraftwerke für drei Monate abgeschaltet werden. Berechnungen des DIW Berlin zeigen, dass trotz der Abschaltung der Atomkraftwerke noch immer ausreichend Strom produziert wird und sich die Strompreise nur geringfügig erhöhen. Die Versorgungssicherheit ist durch das Moratorium nicht bedroht. Allerdings ist mit einer deutlichen Erhöhung der Emission von Treibhausgasen zu rechnen, denn Kohle- und Gaskraftwerke werden einen Großteil des Rückganges der Atomstromproduktion ausgleichen. Eine sofortige vollständige Abschaltung aller Atomkraftwerke wäre nicht möglich, da die verbleibende Anlagenkapazität für die sichere Deckung der Nachfrage zu Spitzenlastzeiten nicht ausreichen würde.
DIW Wochenbericht 78(2011) Heft 20 ; S. 3-6

Ökonomische Chancen und Struktureffekte einer nachhaltigen Energieversorgung / Jürgen Blazejczak, Frauke G. Braun, Dietmar Edler, Wolf-Peter Schill.
Erneuerbare Energien und eine Steigerung der Energieeffizienz können nicht nur entscheidend dazu beitragen, Treibhausgasemissionen und andere negative Effekte der konventionellen Energieversorgung zu vermindern, sie eröffnen auch enorme wirtschaftliche Chancen. Im Bereich der erneuerbaren Energien sind in den letzten Jahren bedeutende und stark wachsende Branchen entstanden. Im Jahr 2010 wurden in Deutschland 26,6 Milliarden Euro in Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien investiert. Insgesamt ging von erneuerbaren Energien ein Nachfrageimpuls für die deutsche Wirtschaft von 35,5 Milliarden Euro aus. Die Bruttobeschäftigung im Bereich der erneuerbaren Energien wird für das Jahr 2010 auf 367 400 Personen geschätzt. Auch die ökonomische Nettobilanz des Ausbaus der erneuerbaren Energien fällt positiv aus. Modellrechnungen des DIW Berlin zufolge liegt das Bruttoinlandsprodukt in einem "Ausbauszenario" im Jahr 2030 um 2,9 Prozent höher als in einem "Nullszenario" ohne Ausbau. In Abhängigkeit von den Verhältnissen auf dem Arbeitsmarkt ergeben sich schwache bis moderate, aber durchweg positive Nettobeschäftigungseffekte. Die Szenariorechnungen verdeutlichen auch, dass sich der Ausbau unterschiedlich auf die Beschäftigung in den einzelnen Wirtschaftszweigen auswirkt. Darüber hinaus bedingt der Umbau der Energieversorgung hin zu hohen Anteilen erneuerbarer Energien und einer erhöhten Energieeffizienz einen Strukturwandel in Wirtschaft und Arbeitswelt, der künftig verstärkt beachtet werden muss.
DIW Wochenbericht 78(2011) Heft 20 ; S. 8-15 

Öffnung des Strommarktes für erneuerbare Energien : das Netz muss besser genutzt werden / Karsten Neuhoff.
Die Öffnung des Strommarktes für erneuerbare Energien würde Flexibilität für die weitere Integration erneuerbarer Energien schaffen und zu erheblichen Einsparungen von Kosten und Emissionen führen. Dafür müssen die Strommärkte in dreierlei Hinsicht anders organisiert werden: Erstens erfolgen bisher die meisten Handelsaktivitäten - und damit auch die Produktionsentscheidungen - spätestens am Vortag der Stromproduktion. Doch für die effektive Nutzung von Windprognosen, die erst wenige Stunden vor der Produktion relativ genau sind, ist kurzfristige Anpassung notwendig. Zweitens hängt der Bedarf an Regelenergie zur Netzstabilisierung von dem Erzeugungsmix ab; die meisten Kraftwerke können Regelenergie nur zusammen mit Strom anbieten. Gegenwärtig wird Regelenergie jedoch getrennt von Strom und oft auf der Basis langfristiger Verträge gehandelt. Drittens kompensiert der Netzbetreiber im Allgemeinen Marktteilnehmer für Netzengpässe. Doch mit 200 GW neuer Wind- und Solaranlagenkapazität, die bis 2020 gebaut wird, muss Netzausbau mit marktbasiertem und transparentem Engpassmanagement kombiniert werden. Mit der Einführung eines unabhängigen Systembetreibers, der eine integrierte Plattform für kurzfristigen Stromhandel nach dem System engpassorientierter Preisbildung ("Nodalpreise") bietet, könnten diese Kriterien erfüllt und der Strommarkt für erneuerbare Energien weiter geöffnet werden. Erfahrungen aus den USA und Simulationen für Europa zeigen, dass die Übertragungsleistung dadurch um bis zu 30 Prozent besser genutzt und allein im Engpassmanagement ein bis zwei Milliarden Euro Kosten pro Jahr eingespart werden könnten.
DIW Wochenbericht 78(2011) Heft 20 ; S. 16-23

Der Link zum Heft: 

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Book Details

Editors

DIW Berlin

Series

Wochenbericht des DIW

Categories

Business & Economics > Industries > Energy Industries

Publishers

DIW Berlin

Publication year : 2011

License: All rights reserved ©

Times read: 56

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