Create bookmark
Das Instrument zur Kodierung von Diskussionen (IKD)
Untersuchung der psychometrischen Qualität und experimenteller Einsatz zur Prüfung des Empowermentkonstrukts
Notes
Please login to add notes
Kommunikationsprozesse von Angesicht zu Angesicht sind alltägliche und allgegenwärtige Aspekte der menschlichen Existenz. Dies gilt nicht nur für die Freizeit sondern auch für das Arbeitsleben. Die Erforschung von Kommunikationsprozessen war bisher ein schwieriges und zeitaufwendiges Unterfangen (McGrath & Altermatt, 2003). Im Rahmen dieser Dissertation wurde eine Ergänzung des Methodenrepertoires angestrebt. Das Instrument zur Kodierung von Diskussionen (IKD) wurde weiterentwickelt, getestet und zur Analyse von inhaltlichen Fragestellungen eingesetzt. Verschiedene Ziele waren mit der Entwicklung des IKD verbunden. Das Instrument sollte u. a. zeitökonomisch einsetzbar und nutzerfreundlich sein sowie eine ausführliche psychometrische Prüfung erfahren. Darüber hinaus sollte die Analyse des Diskussions- verhaltens bezüglich wesentlicher und theoretisch fundierter Variablen möglich werden. Mit einem Verhältnis von 1 zu 4 zwischen Interaktions- und Kodierzeit (inklusive Kurz¬¬proto-kollierung des Inhalts) liegt das IKD deutlich unter dem Aufwand anderer Verfahren. Die Nutzerfreundlichkeit wird durch ein standardisiertes Training, ein ausführliches Manual, eine Kodiersoftware sowie die Möglichkeit, IKD- Ergebnisse grafisch darzustellen, gesichert. Weiterhin kann jede Aussage auf den interpersonalen Dimensionen Dominanz und Affiliation sowie hinsichtlich seiner funktionalen Bedeutung bewertet werden. Ein reliabler Einsatz des IKD in der videounterstützten Anwendung konnte in verschiedenen Studien nachgewiesen werden. Die Werte in Echtzeitanwendung liegen deutlich unter denen der videogestützten Anwendung, können aber durch eine Aggregation der Daten erhöht werden. Im Zuge der Validierung des IKD konnten u. a. Zusammenhänge mit einem anderen Kodiersystem (KONFKOD) sowie Persönlichkeitsdimensionen festgestellt werden. Aufgrund der zufrieden stellenden psychometrischen Daten konnte das IKD im zweiten Teil der Arbeit zur erstmaligen experimentellen Prüfung des Empowermentkonstrukts nach Spreitzer (1995) eingesetzt werden. Dafür wurden 195 Versuchspersonen in 65 Triaden hinsichtlich ihres Diskussionsverhaltens untersucht. Dabei wurde geprüft, wie sich der Führungsstil (partizipativ vs. autoritär) sowie das Bedeutsamkeits- und Kompetenzerleben der Mitarbeiter auf den Interaktionsprozess auswirken und wie dieser wiederum in Beziehung mit der Gruppenleistung und Zufriedenheitsvariablen steht.
Book Details
Authors
Categories
Publishers
Publication year : 2011
License: All rights reserved ©
Times read: 27

