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Das Ich-Programm
Ein Versuch zur Ersten Person
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- Krusche_Das_Ich-Programm_UMSCHLAG
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Krusche_Ich-Programm
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Übersicht
- + Zur Einführung
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Teil I Orientierung und Sprache
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Kapitel 1 Der Sprechakt der Orientierung
- Was bewirkt Orientierung?
- Wie realisiere ich den ,Bezugspunkt in mir‘?
- Vorläufige Übersicht
- Umfang und Abgrenzbarkeit der Wortgruppe
- Die Oppositionsstruktur
- Ein Sonderfall: die Opposition innen/außen
- Die Dynamik der Orientierung und die ,Symmetrie‘ zwischen Sprecher und Adressat
- Die Origo und der Rundum-Raum
- Die Überschüssigkeit (Redundanz) der Origo
- + Kapitel 2 jetzt-hier / innen-aussen – die Koordinaten der Meditation
- + Kapitel 3 Orientierung in Text-Welten
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Kapitel 1 Der Sprechakt der Orientierung
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Teil II Von ich zum Ich: Die Verschiebung der Origo
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Kapitel 4 Sinnliche Wahrnehmung und vorstellendes Bewusstsein
- Bezugspunkt bewegt
- Die ,Parteilichkeit‘ des Zuschauers beim Kampfspiel
- Imaginatives Lernen
- Das ,mobile‘ Telefonieren und die Teilung des Gesprächsraums
- Die Verdoppelung der Origo im Wachtraum
- (Wirklich) gelebtes und (probeweise) fingiertes Leben
- Die Entkopplung der Vorstellungswelt vom Raum-Zeit-Kontinuum
- Das Nicht-Vorwegnehmbare: das Aufhören (Wegbleiben) von ,ich‘
- Der geteilte Fokus: Die Welt unter ,Gott‘
- Zur Evolution des Mitgefühls
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Kapitel 5 Erfahrung, Vorerfahrung und vernünftige Erkenntnis
- Karl Bühler: Die drei ,Marken‘ der Wahrnehmung
- Die Verarbeitung von Wahrnehmung in der Beschreibungssprache der Hirnforschung heute
- Das Problem der ,objektiven‘ Erkenntnis
- Wo im Körper ist ,ich‘? Ein neurophysiologisches Experiment
- Tier und Menschentier: objektbezogene und subjektbezogene Orientierung
- Die Fabel vom Hund mit der Zeigepfote
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Kapitel 6 Das Ich-Problem
- Montaignes Entdeckung
- Freuds Modell des problematischen Ich
- Gestörte ,Beziehungen‘ im Ich
- Die Verschiebung der Origo ins Innere
- Die geschichtliche Dimension: Von ,ich‘ zum ,Ich‘
- Romantik: eine Ich-besessene Epoche
- Die Bühne des Ich: die Akteure und der Zuschauer
- Orientierung und Entscheidung
- Das Lob der kleinen Entscheidung
- Zur Kulturgeschichte der Gehirntätigkeit
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Kapitel 4 Sinnliche Wahrnehmung und vorstellendes Bewusstsein
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Teil III Orientierung und Verständigung
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Kapitel 7 Sprechen über mich selbst
- Was tue ich, wenn ich sage: „ich selbst“?
- Mein Adressat und ich
- Das Tagebuch: Intimität und Intimitätsbruch
- Die Autobiographie: Erzählen von etwas und Erzählen von sich selbst
- Die Semantik der Erinnerung
- Wiederholtes Erzählen: Die Suche nach dem Sinn des Erlebten
- „Die ergreifende Geschichte von Hindelang“
- Dialogisches im Selbstgespräch
- Das Gebet als Dialograhmen
- + Kapitel 8 Sprechen über andere
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Kapitel 9 Sprechen über die gemeinsame Welt
- Eine Panne im Wissenschaftsbetrieb
- Die Bearbeitung des „externen Realismus“
- Die ,kulturelle Objektivation‘ (der Text) als Gegenstand des Verstehens
- Eine methodische Einbeziehung von Ich?
- Geäußerte Leseerfahrung und nicht-geäußerte Selbstreflexion
- Wissenschaft und Gesellschaft: Geltungsbedürfnis und Angst
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Kapitel 10 Inhaltsethik und Beziehungsethik – zur Geschichte der Selbstzuständigkeit
- Umweltverbrauch: Das Menschheitsthema heute und die Verständigung darüber
- Globale Bekehrung?
- Die historische Hypothek: Kolonialismus
- Die fertige Wahrheit und Wahrheit, die durch Selbsterfahrung zu realisieren ist: Konfuzius und Buddha
- Die weitere Spur: Sokrates, Jesus von Nazareth
- Und weiter: die Entstehung der Menschenrechte aus der Kolonialismuskritik
- Blockaden heute
- 1. Vororientierung nach oben
- 2. Die kulturelle Überhöhung der Gier
- Öffnungen heute
- 1. Die Chance der Global-Krise
- 2. Gegenseitige Zuständigkeit
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Kapitel 7 Sprechen über mich selbst
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Anhang: Textwelten und die Orientierung darin
- + A. Das Nähe-Ferne-Verhältnis
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B. Die Schärfung der Origo in der Literaturentwicklung
- Zur Vorgeschichte: Odysseus, der erste Held, der ,ich‘ sagt
- Ein Paradigmawechsel: Von der Ich-Entfaltung zur Selbsterfahrung
- Der monozentrische Text
- Die Aspektfigur und das Textganze
- Der absolute Anfang, Franz Kafka: Der Prozeß
- Die allmähliche Gewöhnung des Lesers an die Aspektfigur, Thomas Mann: Der Zauberberg
- Die Aspektfigur als Vexierbild, Jonathan Littell: Die Wohlgesinnten (Les Bienveillantes)
- + C. Die Einseitigkeit der Geschlechtserfahrung
- Nachbemerkung
- Anmerkungen und Stellennachweise
- Personenregister
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Übersicht
Zwei Probleme sind so alt wie das Nachdenken der Menschen über sich selbst. Meine Wahrnehmungen von der Welt und die Wahrnehmungen anderer können so verschieden sein, dass Konflikte unausweichlich werden. Aber auch in meinem eigenen Inneren bin ich nicht dauerhaft in Frieden, sondern immer wieder Spannungen und Disharmonien ausgesetzt. Zwei verschiedene Formen von Gewissheit prägen unser Verhältnis zur Welt: Die eine ergibt sich aus der Beobachtung der Außenwelt, die wir als Objektwelt nach objektiven Maßstäben erfassen und beschreiben können; die andere, die Gewissheit der Innenwelt, formuliert sich, wenn wir über unsere Alltagserfahrungen und unsere Vorstellungswelten sprechen. Die methodische Vermittlung der beiden Gewissheiten bildet seit langem eines der Hauptprobleme abendländischer Philosophie. Hier entfaltet Dietrich Krusche, in Zusammenschau neuer Erkenntnisse aus Sprachpragmatik, Neurophysiologie und Philosophie, einen neuartigen Ansatz. In den Mittelpunkt des Interesses rückt dabei ein bisher wenig beachteter, der Gestik verwandter Sprechakt: die Orientierung im Wahrnehmungsraum, den Sprecher und Adressat gemeinsam haben. Der Bezugspunkt des sprachlichen Orientierungshandelns besteht aus der Wortgruppe ich jetzt hier. In der ‚ersten Person‘, ich, fallen dabei die Instanz des Wahrnehmenden und die soziale Rolle des Sprechers und Mitspielers zusammen. Diese Schrift will den Leser nicht nur informieren, sondern sie fordert ihn auf, bestimmte ‚Sprachverhalte‘ – unter seinen je besonderen Anwendungsbedingungen – (mit)zuvollziehen und selbst die Positionalität des ich zu aktivieren. In der Zumutung an den Leser, selbst tätig zu werden, liegt etwas Provokatives. Aus solcher Sprachbetrachtung erwächst schließlich eine überraschende Erkenntnis: Gerade angesichts der heutigen weltumspannenden Krisen und der Notwendigkeit der globalen Verständigung über ein gemeinsames Handeln, das alle soziokulturellen Grenzen überwinden müsste, erweist die Entfaltung des Ich-Programms ihre praktische Relevanz.
Book Details
Authors
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Publication year : 2010
License: All rights reserved ©
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