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Engelbert Kaempfer und die europäische Aufklärung
Dem Andenken des Lemgoer Reisenden aus Anlaß seines 350. Geburtstags am 16. September 2001
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Daß der Japanforscher Engelbert Kaempfer (1651–1716) in Deutschland ein verkannter Prophet sei, ist eine lieb gewordene Legende. Sie hält sich ebenso hartnäckig im Bewußtsein der gelehrten Welt wie die Vorstellung, Japan hätte sich während der zwei Jahrhunderte seiner restriktiven Ausländerpolitik von der Außenwelt völlig isoliert. Bei ernsthaftem Studium der Schriften der europäischen Aufklärung, soweit diese Japan in den Blick nehmen, bietet sich ein anderes Bild: Engelbert Kaempfer, nicht von missionarischem, aber von umso größerem wissenschaftlichen Ehrgeiz getrieben, konnte der gelehrten Welt eine umfassende Vorstellung vom Japan seiner Zeit vermitteln. Während in Europa Philosophen wie Malebranche oder Bayle die wissenschaftliche Neugierde gegenüber einem strengen kirchlichen Dogmatismus verteidigen, praktiziert Engelbert Kaempfer sie mit aller Unvoreingenommenheit des naturwissenschaftlich gebildeten und von religiöser Toleranz geprägten Beobachters. Das begründet über die Parallelität der Lebensdaten hinaus seine Zeitgenossenschaft zu Leibniz (1646-1716), Newton (1643-1727) und Pierre Bayle (1647-1706). Das gelehrte 18. Jahrhundert hat ihm seine Autorität in japonicis vielfach dankbar bestätigt. Davon handelt die vorliegende Studie.
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Publication year : 2001
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